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5 Dinge, die du ganz genau beurteilen solltest, wenn du eine Katze mit einer Verfärbung der Iris vorgestellt bekommst!

Mai 21, 2021

Eine Verfärbung der Iris bei der Katze lässt jeden Tierarzt erschaudern. Alle wissen es könnte etwas Böses sein. Die größte Schwierigkeit ist aber dabei eine definitive Diagnose zu stellen! Dies ist aber erst nach Enukleation durch eine pathohistologische Untersuchung möglich. Daher möchte ich euch heute 5 Punkte präsentieren, die euch bei der Entscheidungsfindung, ob eine Enukleation nötig ist oder nicht, helfen können.

 

Liebe Tier-Augen-Fans,

Die Geschichte mit den Irismelanomen ist ein Unendliche. Die erste Schwierigkeit ist, dass intra vitam eigentlich keine definitive Diagnose gestellt werden kann. Man kann nur einen dringenden Verdacht äußern. Feinnadelaspirationsbiopsien sind oft nicht aussagekräftig und daher stellt die endgültige Diagnose erst der Pathologe. Die zweite Schwierigkeit, man muss in der Regel ein sehendes Auge entfernen. Schwierig für die Besitzer zu verstehen und auch für die Katze keine einfache Sache, da ein funktionsfähiges Organ verloren geht.

Unsere Aufgabe als Spezialisten und Tierärzte, eine Verdachtsdiagnose zu äußern und dann eine Entscheidung zu treffen, ob eine Enukleation bereits nötig ist oder ob noch eine Beobachtung möglich ist, ohne das Tier zu gefährden.

Ich stehe fast täglich vor diesem Problem und habe aus meiner langjährigen Erfahrung und meinem erworbenen Wissen folgende 5 Kriterien festgelegt, die ich bei jeder Katze mit einer Verfärbung der Iris anwende.

Zunächst schaue ich mir die Farbe des Pigments genau an. Handelt es sich um helles oder dunkelbraunes Pigment. Helles Pigment ist besser als eine dunkelbraune Verfärbung.

Dann ist die Ausbreitung des Pigments ein wichtiges Kriterium. Befindet sich die Farbveränderung nur lokal an einer Stelle oder ist die Farbänderung diffus verteilt. Diffuse Verteilungen sind ein schlechter prognostischer Faktor.

Wie sieht es aus mit dem Irisrelief? Ist die Irisstruktur im Bereich der Pigmenteinlagerung erhalten oder schaut sie samtartig aus. Ist das Irisrelief verstrichen, ist dies ebenfalls ein schlechtes Zeichen.

Der vierte Punkt ist die Pupille. Hat die Pupille eine normale Form und einen normalen Pupillarreflex ist es positiv. Ist die Pupille verzogen und der Pupillarreflex verzögert oder unvollständig, ist auch das prognostisch schlecht zu bewerten.

Der letzte Punkt ist der intraokulare Druck. Dieser sollte im Normalbereich liegen.

 

Ich hoffe ich kann euch mit diesen 5 Kriterien bei der Findung einer Entscheidung unterstützen. Habt ihr Fragen zu diesem Thema, hinterlasst mir gerne einen Kommentar. Ich freue mich auf einen Austausch mit Euch!

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